
Die Kunstwelt 1966 war weiterhin geprägt von der Pop-Art. Roy Lichtenstein und Andy Warhol hatten einen neuen Blick auf Alltagsdinge geschaffen. Und Robert Indiana hat 1966 mit seinem Kult-Gemälde LOVE eine zusätzliche Dimension zur Pop-Art hinzugefügt, indem er die vier Buchstaben je 60 Zentimeter gross in einem Quadrat anordnete. Was sonst noch die Kunstwelt 1966 bevölkerte, von Piatti bis Picasso: Hier gehts zur Galerie.
Die Kunst 1966 – Filme von 1966 – Bücher 1966 – Sportwelt 1966 – Die Schnitzelbängg zum Jahr 1966 –
Die Mode der Sechziger – Die Fasnacht 1966 –
1966 von Monat zu Monat:
Januar – Februar – März – April – Mai – Juni – Juli– August – September– Oktober – November – Dezember
18 Schlagworte aus 1966
- Die Beatles spielen ihr letztes Live-Konzert.
- In Basel stürzt das Thermometer vom 9. Januar (+12,5°C) bis am 16. Januar (-21,3°C) um 33°C!
- Eine russische Raumsonde erreicht die Venus.
- Basel-Stadt beschliesst als erster Kanton der Schweiz das Frauenstimmrecht.
- Der Vatikan schafft den „Index verbotener Bücher“ ab.
- Am 3. Mai landet das erste Containerschiff in Rotterdam.
- Am 3. Mai komme ich zur Welt; im Spital in Brugg werde ich wegen meiner langen Haare „Beatle“ genannt.
- Indira Gandhi wird erste Premierministerin in Indien.
- Das Wembley-Tor fällt, gesehen von 300 Millionen Menschen weltweit am Fernseher.
- Waldenburg gehört zu den finanzstärksten Gemeinden im Kanton Baselland.
- Kinohit des Jahres: Doktor Schiwago.
- Der FCB startet in die neue Saison, die er zum ersten als Double-Gewinner beenden wird.
- 9 grosse Flugzeugabstürze fordern über 1000 Tote.
- Schlumpfinchen wird geboren.
- In Binningen wird das Quartier „Meiriacker“ eingeweiht.
- Die erste Episode von „Star Trek“ wird ausgestrahlt.
- Basel hat am Jahresende 13 (dreizehn) Arbeitslose.
- Hits: Good Vibrations, Eleanor Rigby, Sound Of Silence,
Yellow Submarine, Marmor Stein Und Eisen Bricht, You
Can‘t Hurry Love, When A Man Loves A Woman…
Die Kunst 1966
Die Kunst des Jahres 1966 war stark von Pop Art, Minimalismus und der beginnenden Postmoderne geprägt.
Berühmte Einzelwerke des Jahres waren:
Robert Indianas „LOVE“-Serie, Andy Warhols „Banane“ (als Cover für die Band The Velvet Underground) und Skulpturen von Niki de Saint Phalle, so wie die klassischen Comic-mässigen Bilder Roy Lichtensteins.
Neben Warhols Banane zeigte auch Klaus Voormans Cover für «Revolver» von den den Beatles die neue Vermischung von Popmusik mit bildender Kunst. A propos Beatles: die kreierten 1966 ihr einziges gemeinsames Gemälde, «Images of a Woman».
Die politische und auch kommerzielle Verwendung von Kunst zeigt sich auch in der Schweiz mit den Abstimmungsplakaten für das Frauenstimmrecht in Basel von Beatrice Afflerbach und Marco Piatti, der immer wieder auch Reklameplakate gestaltete wie zB für Campari Soda.
In der folgenden Bildergalerie stehen alles Kunstwerke aus 1966 von Künstler:innen, deren Stil damals wie heute unverkennbar bleibt (aufs Bild klicken –> grössere Ansicht; „zurück“-Taste –> zurück zur Übersicht)






















Erfolgreiche Filme 1966

Doktor Schiwago (Omar Sharif, Julie Christie, Geraldine Chaplin, Sir Alec Guiness).
Der Überfilm des Jahres, bis heute eines der legendärsten Liebesdramen, an denen sich alle, wirklich alle Schmonzetten messen (müssen). Die Geschichte von Ewgraf Schiwago, zwischen zwei Frauen hin und her gerissen, im Russland zwischen Erstem Weltkrieg und Oktoberrevolution – dieser Mix liess kein Auge trocken und keinen Kinosessel unbesetzt.. Der Film erhielt dann auch prompt 5 Oscars.

Winnetou und das Halbblut Apanatschi (mit Lex Barker, Pierre Brice, Götz George, Uschi Glas).
Die beiden guten (Winnetou und Old Shatterhand) werden zum Trio. Das Halbblut Apanatschi ist klug, mutig, sie durchschaut die Tricks der Widersacher als Erste und beweist nicht erst am Schluss ihren Sinn für innere Werte. Die Kritik war sich einig darüber, dass die Schwächen in der Geschichte mit einem nie dagewesenen Pyrospektakel ausgeglichen werden sollte.

Für ein paar Dollars mehr. (Teil 2 von Sergio Leones Dollar-Trilogie, mit Clint Eastwood, Lee van Cleef und Klaus Kinski).
Clint Eastwood in der Rolle eines Kopfgeldjägers rauft sich mit Colonel Mortimer zu einem unschlagbaren Team zusammen.

MitThe Good, the Bad and the Ugly (Il buono, il brutto, il cattivo; dt. «Zwei glorreiche Halunken») beendete Sergio Leone die «Dollar-Trilogie» mit Clint Eastwood.
Die drei Hauptpersonen hauen sich gegenseitig über die Ohren – aber wie cool Sergio Leone das inszeniert, ist einmalige Filmklasse. Und die Schlussszene, der Showdown auf dem Friedhof, ganz grosses Kino bis zum allerletzten Schuss – muss mensch gesehen haben.

Who’s afraid of Virginia Woolf (Liz Taylor, Richard Burton).
In der Oscargekrönten Theater-Adaption liefern sich Liz Tayler und Richard Burton am Ende einer Party eine gnadenlose Abrechnung ihrer Ehe, die nur aus Attrappen und oberflächlichem Schein besteht.

A Man for all Seasons erschien im Herbst 1966 und räumte 1967 sechs Oscars ab.
Der Film erzählt die vom Gewissenkonflikt des Richters Thomas More im England des 16. Jahrhunderts, als Henry VIII. von ihm einen Eid verlangt, der den König zum Oberhaupt der Church of England machen sollte – was Thomas Mores Haltung diametral widerspricht. Sein gewissenhaftes Rückgrat kostet ihm am Schluss sein Leben.

The Professionals (Die gefürchteten Vier), mit Burt Lancaster und Claudia Cardinale.
Und noch ein Western: Ein reicher Mann kauft sich die Dienste von vier hochspezialisierten Söldnern, die seine Ehefrau aus den Händen ihrer vermeintlichen Entführer befreien sollen. Erfolgreich an den Kinokassen und überhäuft mit Filmpreisen.
Erfolgreiche Bücher 1966

Der Mondmann, Tomi Ungerer.
Ein auch heute noch wundervolles Bilderbuch vom Mann im Mond, der auf die Erde heruntersteigt, um sich die Welt einmal aus der Nähe anzusehen.

Die Physiker, Friedrich Dürrenmatt.
Der Klassiker um das Thema «Wahrheit, Macht und Wahnsinn» wurde vor zwei Jahren in Basel wiederaufgeführt und wurde wiederum zum Publikumsrenner. Ein Stück, das nie alt wird.

The Third Girl, Agatha Christie (dt. Die vergessliche Mörderin).
Meisterdetektiv Hercule Poirot muss die Geschichte der jungen Norma Restarick rekonstruieren, die glaubt, einen Mord begangen zu haben.

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung, Eric Malpass.
Die humorvolle Sicht eines vorwitzigen Jungen auf seine turbulente, chaotische und nur zum Schein «anständige» Familie.

Octopussy and the living Daylights, Ian Fleming.
Die beiden später verfilmten James Bond Stories waren ursprünglich zwei Kurzgeschichten von vier, die 1966 postum in einem Sammelband veröffentlicht wurden. Die anderen beiden Kurzgeschichten, die es nicht in den Titel schafften, hiessen «The Property of a Lady» und «007 in New York».

Rosencrantz und Guildenstern are dead, Tom Stoppard.
Die absurde Tragikomödie um die beiden Hamlet-Nebenfiguren wurde 1966 in Edinburgh uraufgeführt. Es beginnt damit, dass die beiden Männer auf den nächsten Münzwurf wetten, nachdem sie 92 mal zuvor am Stück «Kopf» geworfen haben. Dies führt zu einer Meditation über das Wesen des Zufalls, der Existenz und der Realität.

In Cold Blood, Truman Capote.
Das zweitmeistverkaufte True-Crime-Buch aller Zeiten, das die Ereignisse um den grauenhaften Mord an der vierköpfigen Farmerfamilie Clutter im kleinen Dorf Holcomb, Kansas beschreibt.

Ende einer Dienstfahrt, Heinrich Böll.
Die Erzählung, wie ein Vater und sein Sohn aus Wut auf den Staat das Militärfahrzeug des Sohnes auf offener Strasse verbrennen, und wie die Aktion vor Gericht zu einer Form der Anti-Kunst («Happening») wird.
Die Sportwelt 1966
1966 wurde von zwei Ereignissen dominiert: Das Wembley-Tor und der 200-yards-Weltrekord.
Tommie Smith (USA) rannte am 11. Juni die 201,17 Meter auf der geraden Bahn in legendären 19,5 Sekunden, England wurde zum bisher einzigen Mal Fussball-Weltmeister.
Zum ersten mal wurde ein WM-Final live am Fernsehen zu sehen, und rekordhafte 200 Millionen Zuschauer:innen sahen das 4:2 Englands über Deutschland.
Der Schweizer Final-Schiedsrichter Godi Dienst war dabei ebenfalls im Zentrum der Medien wie die Schweizer Fussball-Nati, und beide nicht direkt mit fussballerischem Können…
Der FC Basel nahm 1966 Anlauf zu seiner ersten goldenen Ära, der EHC war damals gleichweit wie heute, die Schweizer Eishockey-Nati verlor an der B-WM gegen Rumänien, und das Handball-Basel war zwar gleich mit drei Vereinen in der obersten Liga präsent, keiner jedoch hatte etwas mit der Titelentscheidung zu tun…
Sprunglinks zu den Unterkapiteln: Die Fussball-WM, Fussball Nati A, Fussball-Bundesliga, Eishockey (Nati A, Nati B, WM); Handball Nati A.
Das ikonische Sportbild des Jahres:

Fussball-WM in England: Wembley (und Sheffield…)
Über das Wembley-Tor wurden schon ganze Internets voll geschrieben, jedes weitere Wort wäre ein Bier in ein englisches Pub getragen… deshalb lediglich die „Schlusstabelle„: 1. England, 2. Deutschland, 3. Portugal, 4. Sowjetunion.
Von bleibender Erinnerung aus Schweizer Sicht ist die legendäre „Nacht von Sheffield„, ebenfalls bis heute immer wieder von neuem erzählt (z.B. hier) und später von verschiedenen Spielern und Vereinen reinszeniert, quasi…: Köbi Kuhn und zwei weitere Nati-Spieler kamen am Abend vor dem Eröffnungsspiel nach einer Kneipentour eine Stunde zu spät ins Hotel zurück, begleitet von zwei jungen Engländerinnen.
Als „Strafe“ beschloss der Schweizer Fussballverband in seiner grossen Weisheit, die Ehefrauen der Sünder nach England zu bestellen, was die Teamkollegen masslos verärgerte und – Überraschung! – als „Belohnung“ verstand. Darob zerstritt sich die gesamte Mannschaft, was sich nicht unbedingt als leistungsfördernd erwies…
Als Folge waren auch die Resultate irgendwie von bleibender Erinnerung: 0:5 gegen Deutschland (profetisch also der Schnitzelbank-Värs von Doggter H.C.), 1:2 gegen Spanien, 0:2 gegen Argentinien.
Fussball: Nati A

Der FC Basel unter Präsident Lucien Schmidlin (ein Stainlemer, notabene) beendet mit dem neuen (Spieler-)Trainer Helmut Benthaus die Meisterschaft 65/66 auf Rang 6, im Cup-Halbfinal mussten sich die Basler Servette beugen.
Das FCB-Kader mit u.a. Marcel Kunz, Bruno Michaud, Karli Odermatt, Torjäger Roberto Frigerio, Walter Mundschin, Peter Ramseier und Bruno Rahmen startet im August in die neue Saison, welche sie zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte mit dem Double abschliessen werden.
Landhof und Joggeli: Die Spiele fanden 1966 noch mehrheitlich auf dem Landhof statt und zogen 65/66 zwischen 3’200 und 10’000 Zuschauer an (Durchschnitt: 6’200); erst nur ausnahmsweise spielte der FCB im Joggeli, nämlich wenn ein grosses Publikum erwartet wurde.
Besonderes: Im Joggeli spielte der FCB auch am 9. Oktober 1966. 21’500 Zuschauer erlebten beim 3 zu 1 über den FC Zürich die „Wachablösung“ in der Nati A. Im selben Monat fand der höchste FCB-Sieg des Jahres statt, ein 10 zu 0 über Moutier am 29. Oktober vor 4’200 Zuschauern auf dem Landhof.
Die Schlusstabelle 1965/1966: 1. FC Zürich, 2. Servette, 3. Lausanne-Sports, 4. FC La Chaux-de-Fonds, 5. Young Boys, 6. FC Basel, 7. Grasshoppers, 8. Sion, 9. Lugano, 10. Biel, 11. Grenchen, 12. Young Fellows, 13. Luzern, 14. Urania Genève. Link zur Meisterschaft

Fussball-Bundesliga
Die Schlusstabelle: 1. TSV 1860 München, 2. Borussia Dortmund, 3. FC Bayern München, 4. Werder Bremen, 5. 1. FC Köln, 6. 1. FC Nürnberg, 7. Eintracht Frankfurt, 8. Meidericher SV, 9. Hamburger SV, 10. Eintracht Braunschweig, 11. VfB Stuttgart, 12. Hannover 96, 13. Borussia Mönchengladbach, 14. FC Schalke 04, 15. 1. FC Kaiserslautern, 16. Karlsruher SC, 17. Borussia Neunkirchen, 18. Tasmania Berlin.
Am 20. Januar wird der FC Union Berlin als Nachfolgeverein des Union Oberschöneweide in der DDR neu gegründet.
Am 5. Mai gewinnt Borussia Dortmund mit 2:1-Sieg über FC Liverpool den Europacup der Cupsieger.
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Eishockey Nati A
Finalrunde:
1. Grasshoppers-Club; 2. Genf-Servette; 3. EHC Visp; 4. ZSC.
Hauptrunde:
1. Genf-Servette; 2. Grasshoppers-Club; 3. EHC Visp; 4. ZSC; 5. SC Langnau; 6. SC Bern; 7. EHC Kloten; 8. La Chaux-de-Fonds; 9. HC Davos; 10. HC Villars.
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Eishockey Nati B:
Gruppe Ost:
1. HC Ambrì-Piotta; 2. HC Lugano; 3. SC Langenthal ; 4. SC Küsnacht; 5. SC Rapperswil; 6. EHC Basel; 7. EHC Chur; 8. EHC Arosa; 9. SC Luzern; 10. EHC Riesbach.
Bemerkung: Der EHC Riesbach erreichte in den 18 Spielen einen einzigen Punkt.
Gruppe West:
1. Young Sprinters Neuchâtel, 2. HC Sierre, 3. HC Sion, 4. Lausanne HC, 5. HC Martigny, 6. EHC Biel; 7. HC Gotteron, 8. HC Montana, 9. HC Moutier, 10. HC Fleurier.
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Eishockey-Weltmeisterschaft 1966 in Jugoslawien
1. Sowjetunion, 2. Tschechoslowakei, 3. Kanada, 4. Schweden, 5. DDR, 6. USA, 7. Finnland, 8. Polen.
B-Weltmeisterschaft:
1. BR Deutschland, 2. Rumänien, 3. Jugoslawien, 4. Norwegen, 5. Österreich, 6. Schweiz, 7. Ungarn, 8. Grossbritannien
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Handball Nati A:
Schlusstabelle: 1. Grasshopper Club Zürich, 2. BSV Bern, 3. TSV St. Otmar St. Gallen, 4. ATV Basel-Stadt, 5. RTV 1879 Basel, 6. Pfadi Winterthur, 7. LC Zürich, 8. TV Kaufleute Basel.
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Ei du scheeni, ei du scheeni, ei du scheeni Basler Gschicht…
Wer über ein Jahr einen humoristischen Überblick erhalten will, hört sich am besten die entsprechenden Schnitzelbänke an. Dort wird aus der Sicht des Volkes durch den Gaggo gezogen, was die Menschen bewegt hat. Eine „Histoire sociale à la bâloise“, quasi.
Und das Basler Schnitzelbank-Comité hat hier Grossartiges geleistet: Bis zurück ins Jahr 1921 wurde alles fein säuberlich aufgearbeitet, was es an Schnitzelbank-Zeedeln, ab 1946 an Audios und ab Ende der Sechziger Jahre an Videos gibt. Und um die Verse aus der zeitlichen Distanz zu verstehen, auch zu jedem Jahr eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse, auf welche sich die Schnitzelbänke bezogen (Danke, Peter!!!).
Von der Fasnacht 1966 kann ich also hier alle Schnitzelbänke hören… und klar, um die Verse zu geniessen, die sich auf 1966 beziehen, muss ich das 1967 wählen ;-)… Viel Vergnügen!
Ein paar Lieblinge, entweder wegen der Pointe oder wegen der universellen Gültigkeit… 🙂
Dr Lord of Beatle säit zer Queen:
„Kumm schigg dä Orde, Evergreen!
Das isch e Blächli, thängg yuu hösch,
Hänggs quickly on my Läderwösch!
Kumm nöcher, tschöst e littel moor:
ou pliis, jetz schtohsch mr uf de Hoor!“
– Doggter H.C. 1966
(die Beatles wurden von der Queen zu Lords of the British Empire gekürt)
Mir trätte z’Ängland, Ma fir Ma,
grad zerscht mol gege d’Schwoobe-n-a.
Das git e Päggli, wartet numme!
Mir seggle Euch um d’Ohre umme,
und schiesse, bis sich d’ Latte biege –
vorusgsetzt, dass mr d Balle griege!
– Doggter H.C. 1966
(Die Schweiz verlor dann nach der legendären „Nacht von Sheffield“ 0:5…)
Die Muul- und Klauesyych isch schääbig,
Jedi Kueh, sofärn no lääbig,
wird jetzt gimpft im ganze Land, was hesch, was gisch.
Nadyyrlig frogt me-n-iberall, uff jedem Hoof, mit Vieh im Stall,
wo nur die Sychi au soo pletzlig häär koo isch.
Mir hän kirzlig grad vernoh, dass die vom Bundeshuus sell koh,
will nämmlig dert, säit uns e Schlaue,
si unde muule-n-und oobe klaue.
– Mischtkratzerli 1966
(nebenbei: mein Grossvater hat damals mit seinem Laborkollegen die erste universell einsetzbare Impfung gegen Maul- und Klauenseuche erfunden, weswegen sie „Moosbrugger/Waldmann-Vakzine“ hiess).
Dr kürzischt Wäg vo Bärn uf Biel füehrt über Winterthur,
Am schnällschte fahrsch vo Yverdon uf Olte via Chur.
Und wenn de jetzt behaupte duesch, das kenn jo gar nit sy,
und soone dumme Umwäg gränz e bitz an Idiotie:
Denn lueg doch emol sälber wo de durefahrsch, du Dotsch,
wenn’d vo dr Clarastross in Claragrabe wottsch!
– Punggtschinder, 1967
Ainmal hin und ainmal her,
Rundherum, das ist nicht schwer,
Singt ain vom EHC vergniegt –
Bevor er uff e Ranze fliegt.
– Stachelbeeri 1967
Zmitst uf dr Johanitterbrugg, pfyfft d Polizei e Schnäggli zrugg:
„Erschtens sin d Antenne z lang,
zwäitens rauchts im erschte Gang,
drittens fählt no s Nummereschild,
und viertens rast me nit so gschwind!“
– Doggter H.C. 1967
Die Mode in den Sechzigern
Die Mode der 1960er war – surprise, surprise! – ein Spiegel des gesellschaftlichen Wandels: Zu den „schrecklich langen Beatles-Frisuren“ gesellte sich ein Modestil, der von grossflächigen geometrischen Muster geprägt war und eine futuristische Klarheit ausdrückte. Popkultur (ja, natürlich die Beatles) und Emanzipation kamen auf: „Das kleine Schwarze“ war ebenso eine Erfindung der Sechziger wie die Birkenstöcke, und erstmals waren Adidas-Trainerjacken auch im Alltag akzeptabel.
Und die Männer so?
Die Beatles und James Dean waren auch modische Role-Models: eng anliegende Sakkos, Rollkragenpullover und so genannte Chelsea Boots fügten sich zum „Mod-Stil“ zusammen.
Der Business-Style der 60-er zeigte sich in schmal geschnittenen Anzügen mit ebensolchen Krawatten, polierten Lederschuhen. Auch hier waren „klare Linien“ und elegante Silhouetten stilprägend.
Ja aber die Hippies und Flower-Power?
Die Regenbogenfarben, Schlaghosen und wallenden Hemden kamen erst gegen Ende der Sechziger in Mode, waren mit dem neuen Jahrzehnt überdominant und bestimmen ab dann die Mode bis heute… Deshalb sind sie eigentlich einer anderen Mode-Periode zuzurechnen als den Sechzigern.
Und wie sah das dann aus?
Ja klar, hier ein Panorama, einerseits aus dem grossen Lexikon „Die Mode des 20. Jahrhunderts“, anderseits aus einem grossen Modeartikel des ZEIT-Magazins (21.2.2026, inklusive den sehr schönen Texten), und drei Bilder, die mir ChatGPT vorgeschlagen hat, um die Alltags-Männermode der Sechziger zu illustrieren:












Die Fasnacht 1966
Motto: „Y fäg s“
Wetter:
– Morgestraich: +5,1°; bewölkt
– Mäntignomitag: +11,0°; regnerisch
– Mäntigobe: +5,1°; starker Regen („Bäizefasnacht“)
– Zyschdignomitag: +9,0°; bewölkt
– Zyschdigobe: +5,7°; bewölkt
– Mittwuchnomitag: +10,6°; sonnig
– Mittwuchobe: +3,8°; klar
Stainlemer Sujets:
– Stamm: Zircher Strychmusig (im Massagesalon) nunzähsexysexy
– Alti Garde: Me macht in Antiquiteete
– Jungi Garde: Dr Tigertrick
– Binggis: S letscht Gluggerloch
D Stainlemer im Drummeli:
– Jungi Garde Pfyffer: Dr Gässler
– Jungi Garde Tamboure: Basler Tagwach
– Stamm: Dr Stänzler
Beliebte Sujets:
– Französische Wochen (22x)
– Zürcher Polizisten verlustieren sich bei vorgeblichen „Kontrollen“ in neu eröffneten Feinmassagesalons (7x)
– Die Beatles erhalten einen Orden (6x)
– Tiger im Tank (6x)
– 007 James Bond (5x)
– BVB mit billeteurlosen Anhängern (5x)
– Polizeiwerbung: „Männer mit Schnäuz“ (4x)
Weitere Sujets: Lehrerinnen dürfen neu verheiratet sein; Ärzte gegen Krankenkassen; die Basler Autobahn-Tangente.
Fasnachtsbilder vo 1966:






amouröösi Sex-y-Lüttere



1966 von Monat zu Monat
Januar 1966
11. Januar, #Basel: Heftiger Schneefall verursacht ein Verkehrschaos in der Basler Innenstadt.
13. Januar, #Basel: Die Kantonsrechnung schliesst am Vogel Gryff mit einem Überschuss von 3’726’768.62 Franken ab.
13. Januar, #Basel: Im Zolli wird ein afrikanisches Elefantenkalb geboren; das geschieht erst zum dritten mal ausserhalb von Afrika.
13. Januar, #Basel: Am Vogel Gryff wird traditionellerweise auch das Fasnachtsmotto enthüllt: Es heisst «Y fäg’s», die Plakette zeigt eine Fasnachtsfigur, die aus der Kostumkiste steigt.
16. Januar, #Basel: Innert sieben Tagen ist das Thermometer von 12,5° auf -21,5° Celsius gesunken.
17. Januar, #Katastrophen: Südspanien entgeht einer atomaren Katastrophe, als über Palomares ein B-52-Bomber der US-Luftwaffe mit einem Tankflugzeug kollidiert. Vier Plutoniumbomben fallen vom Himmel und werden in aufwändiger Suche geborgen, das Absturzgebiet ist durch freigesetzte Strahlung verseucht.
19.1., #Weltpolitik #Gleichberechtigung: Indira Gandhi wird erste Premierministerin Indiens.
24.1., 29.1. 4.2. #Katastrophen: Innert nur zehn Tagen gibt es drei Flugzeugunglücke (Mont Blanc, 177 Tote, Bremen, 46 Tote, Tokio, 133 Tote).
Februar 1966
1. Februar #Gleichberechtigung: In Frankreich tritt ein Gesetz über die volle juristische Gleichberechtigung der Frauen in Kraft.
3. Februar #Wissenschaft & Technik: Luna-Programm: Mit der Landung von Luna 9 im Meer der Stürme gelingt erstmals die weiche Landung einer Sonde auf dem Mond.
9. Februar #Basel: Der Rhein führt Hochwasser.
14. Februar #Basel: An der Drummeli-Premiere brilliert die Junge Garde der Alten Stainlemer mit dem «Gässler» als Pfyffersolo. Wer den Auftritt heute hört, kann in etwa abschätzen, wie sich die Fasnachts-musik seither verändert hat…Die Tambouren der Jungen Stainlemer rätzen derweil die Tagwacht.
17. Februar #Basel: Der Grosse Rat beschliesst nach «eingehender Diskussion» mit 71:27 Stimmen eine Verfassungsänderung zur Einführung des Frauenstimmrechts, über die dann jedoch erst noch abgestimmt werden muss.
17. Februar #Basel: In der Diskussion um die nicht enden wollenden Verzögerung beim Neubau des Bürgerspitals richtet der Grosse Rat heftige Kritik an Regierung und Spitalkommission.
19. Februar #Basel: Zugunsten der evangelischen, der römisch-katholischen und der christkatholischen Kirche werden in der Stadt Mimosen verkauft. Der Ertrag beläuft sich auf 42’000 Franken.
28. Februar #Basel: Der Morgenstraich geniesst mildes Wetter. Je länger der Tag andauert, desto stärker wird der Regen, so dass die Strassen-fasnacht zur eigentlichen Beizenfasnacht wird. In den komplett überfüllten Beizen und Kellern herrscht eine prächtige Stimmung, Zwischenfälle gibt es keine.
28. Februar #Basel: Mit einem Temperaturdurchschnitt von 6,8° (Normal: 1,3° Celsius) wird der wärmste Februar seit 210 Jahren gemessen.
März 1966
1. März, #Fasnacht: Die Laternenausstellung platzt aus allen Nähten, so dass es für weitere Requisiten erstmals keinen Platz mehr hat.
1. März #Wissenschaft & Technik: Die Weltraumsonde Venus 3 der UDSSR erreicht als erster irdischer Flugkörper nach dreimonatigem Flug die Venus.
2. März #Fasnacht: Der Fasnachtsmittwoch findet unter blauem Frühlingshimmel statt.
4./5. März #Katastrophen: 2 Flugzeugunglücke in Tokio innert 2 Tagen mit 64 und 124 Toten.
9. März #Baselland: Die erste Pendelzugskomposition der Birsigtalbahn wird feierlich in Betrieb gesetzt.
10. März #Kultur: Stan Lee und Jack Kirby erschaffen im Marvel Universum den Superhelden «Silver Surfer», der die überall vorhandene kosmische Energie kanalisieren und damit u.a. Menschen heilen kann. Sein Körper würde keinen Schlaf brauchen, aber sein Geist braucht zum Leben das Träumen.
13. März #Gleichberechtigung: Das Baselbieter Volk bejaht die Gleichstellung der Frauen; Stimmbeteiligung 32,23%; 8’321 Ja gegen 6’210 Nein.
16. März #Wissenschaft & Technik: Die beiden amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und David Scott schaffen das erste Kopplungsmanöver im Weltall.
19. März #Kirche: Die Reformierte Kirche beschliesst, bei Hölstein ein Studien- und Tagungszentrum für die Nordwestschweiz zu bauen. Es wird «Leuenberg» heissen.
21. März #Basel: Die Regierung erlässt eine Verordnung gegen übermässigen Bau-, Industrie- und Gewerbelärm. Die ganze Stadt wird in Lärmzonen eingeteilt.
April 1966
7. April #Kultur: Erstes Auftreten von Schlumpfine bei den Schlümpfen.
21. April, #Baselland: Seit 1961 hat sich die Zahl der Pferdebesitzer von 1’308 auf 961 (-26,5%), die der Pferde von 2’186 auf 1’591 (-27,2%), die der Rindviehbesitzer von 2’125 auf 1’787 (-15,2%) verringert, während der Viehbestand von 22’888 auf 23’269 (+1,7%) und die Zahl der Schweine von 15’328 auf 16’534 (+7,9%) etwas angestiegen sind. Dagegen gibt es nur noch 1’485 Schweinemästereien gegen 2’123 im Jahre 1961 (-30%). Bei der Hühnerzucht hat sich sowohl die Zahl der Tiere (118’371; -10,9%) als auch die der Besitzer verringert (-29%).
24. April #Basel: Die Mustermesse verzeichnet einen Tagesrekord von 150’000 Besucher:innen.
26. April #Katastrophen: Ein Erdbeben richtet starke Zerstörungen in der usbekischen Hauptstadt Taschkent an.
Mai 1966
1. Mai, #Basel: Die 1. Mai Demonstration fordert die 44-Stunden-Woche für Kantonsangestellte, mehr sozialen Wohnungsbau, «befriedigende» AHV-Renten und Frieden in Vietnam.
2. Mai, #Basel: Erster Sommertag mit 25.7° Celsius.
2. Mai, #Baselland: In den Gemeinden des oberen Baselbietes, in denen das Flugjahr für die Maikäfer gilt, besprüht ein Helikopter die Waldränder mit dem neuen Schädlingsbekämpfungsmittel Melophen, das für Vögel und Bienen unschädlich ist.
3. Mai, #Basel: Das Antikenmuseum Basel öffnet seine Türen.
3. Mai, #Wirtschaft: Das erste Containerschiff entlädt einen Frachtcontainer in Rotterdam.
5. Mai, #Basel #Baselland: Beide Basel entscheiden sich für die Einführung eines obligatorischen 9.Schuljahres. Im Zweck wird dabei (mit 62 gegen 50 Stimmen) «die Ehrfurcht vor Gott» und «die christliche Nächstenliebe» erwähnt.
5. Mai, #Sport: Borussia Dortmund (BVB) gewinnt mit einem 2:1-Sieg über FC Liverpool den Europacup der Cupsieger. Damit ist der BVB die erste deutsche Mannschaft, die einen europäischen Fußball-Pokal erringt.
8. Mai, #Baselland: Mit einem grossen Volksfest feiert Lampenberg den Bau des Gemeindehauses, das auch das Milchlokal und eine Tiefkühlanlage beherbergt.
9. Mai, #Leichtathletik: Der US-Amerikaner Tommy Smith läuft die 220 yards (201,17m) auf der geraden Bahn in 19,5 Sekunden – Weltrekord!
11. Mai, #Basel: Auf dem Barfi findet ein Geranienmarkt statt. Innert weniger Stunden sind 10’000 Pflanzen verkauft, «um Basels Antlitz zu verschönern.»
21. Mai, #Baselland: Die Birsigtalbahn führt zum letzten Mal einen Bahnpostwagen. Ab nun erfolgt die Postzustellung durch PTT-Camions.
28. Mai, #Sport: TSV 1860 München wird erstmals Deutscher Fussballmeister
29. Mai, #Sport: Der FC Basel beschliesst die Saison auf dem 6. Platz. Meister wird der FCZ. Im Basler Kader befinden sich u.a. folgende Spieler: Marcel Kunz, Josef Kiefer, Bruno Michaud, Helmut Benthaus 8Süielertrainer), Roberto Frigerio, Walter Mundschin, Roland Paolucci, Urs Siegenthale, Karl Odermatt. Zuschauerdurchschnitt: 6’200.
31. Mai, #Basel: Das Mai-Wetter ist im Ganzen angenehm, zum Teil sommerlich warm. Temperaturdurchschnitt 14,2° Celsius (normal: 13.5°), Niederschlagsmenge 97mm (normal 76mm).
Juni 1966
2. Juni, #Basel: Der Grosse Rat stimmt einem neuen, verbesserten Spitalabkommen zwischen den beiden Basel zu.
8. Juni, #Baselland: Im Belchenstrassentunnel ist die 1. Tunnelröhre in ihrer ganzen Länge und Weite durchgeschlagen.
10. Juni, #Basel: Erster Tropentag mit 30.3° Celsius.
11. Juni, #Sport: Tommie Smith läuft einen neuen Weltrekord über 200 Meter (20,0 Sekunden).
14. Juni, #Religion: Die römische Kurie hebt den seit 1559 geführten und 500 Seiten starken „Index der verbotenen Bücher“ auf (letzte amtliche Neuausgabe: 1948).
18. Juni, #Baselland: In Binningen wird der erste Teil des geplanten Wohnquartiers Meiriacker von den Eigentümern bezogen.
23.6 Juni, #Kultur: Die Beatles starten ihre erste Deutschland-Tour seit der Hamburger Zeit 1962.
23. Juni, #Basel: Der Grosse Rat diskutiert über den Sinn, eine grosse Sporthalle im St. Jakob zu bauen.
Juli 1966
2. Juli, #Politik: Frankreich führt den ersten Atombombentest in auf dem Muroroa-Atoll durch.
7. Juli, #Basel: Das statistische Jahrbuch der Schweiz veröffentlicht die Zahlen von 1965. Der Kanton Basel-Stadt weist mit 12’940 pro Kopf das höchste Volkseinkommen aller Kantone aus. Die Bevölkerungszunahme seit 1900 beträgt 112% (in Baselland sogar 164%).
7. Juli, #Basel: Das Baudepartement veröffentlicht Bauvorhaben für die nächsten Jahre in der Höhe von 250 Millionen Franken (darunter der Bau des Heuwaage-Viadukts, der Bau einer Kehrichtverbrennungsanlage, einer «Psychosomatische Station» (heute UPK) und des Felix-Platter-Spitals).
11. Juli, #Fussball: «Die Nacht von Sheffield»: Die drei Nati-Spieler Köbi Kuhn, Werner Leimgruber und Leo Eichmann, gehen am Vorabend des WM-Eröffnungs-Spiels gegen Deutschland auf die Kurve und kehren eine Stunde zu spät ins Team-Hotel zurück, in Be-gleitung von zwei jungen Engländerinnen. Als Reaktion lädt die Verbandsführung die Ehefrauen der drei «Nachtschwärmer» nach Sheffield ein, worauf die anderen Nati-Spieler «gleiches Recht» fordern – das wird abgelehnt, das Team ist zerstritten.
12. Juli, #Fussball: Die Schweiz verliert das WM-Eröffnungsspiel gegen Deutschland 0:5 (danach 1:2 gegen Spanien, 0:2 gegen Argentinien). Siehe den Schnitzelbank von Doggter H.C. dazu…
18. Juli, #Basel, #Baselland: Auf St. Margarethen wird eine maximale Temperatur von nur 12,2° gemessen, so dass «verschiedenenorts» geheizt wird.
29. Juli, #Basel: Der Reigerungsrat beantragt beim Grossen Rat den Bau eines neuen Stadttheaters an der Steinentorstrasse.
30. Juli, #Sport: England wird erstmals Fussball-Weltmeister. 300 Millionen Menschen sehen das Wembley-Tor live am Fernsehen. Der Schweizer Schiedsrichter Godi Dienst macht sich mit seinem Entscheid unsterblich. Quasi «Godis Dienst an England Fussballselbsvertrauen»).
August 1966
4. August, #Birstal: Das Hochwasser der Birs verursacht grosse Überschwemmungen.
5. August, #Musik: Mit «Revolver» erscheint das siebte Beatles Album. Es ist das erste Album, das einerseits inhaltlich soziale Themen aufnimmt und anderseits musikalisch den Horizont weitet. Revolver gilt als das Türangel-Album der Beatles zwischen der Pop-Ära und der «Musik-als-Kultur»-Ära.
6. August, #Katastrophe: Flugzeugunglück in Nebraska, 42 Tote
15. August, #Technik: Ab heute ist Freiburg i.B. im automatischen Telefonverkehr von Basel aus direkt erreichbar.
19. August, #Katastrophe: Erdbeben bei Varto, Ost-Türkei, fast 2.520 Tote
19. August, #Basel: Zur Alarmierung von Polizei, Feuerwehr und Spitalwagen werden in der Stadt fünf Polizeirufsäulen in Betrieb genommen.
20. August., #Fussball: Der FC Basel startet mit einem 1:0 gegen Lugano vor 5’000 Zuschauern im Joggeli in die neue Saison, die er als Double-Sieger (1 Punkt vor Zürich, Cupsieg gegen Lausanne) beenden wird.
28. August, #Kirche #Baselland: In Hölstein weiht der Bischof von Basel die 13 Gemeinden dienende römisch-katholische Kapelle «Maria Königin».
29. August, #Kultur: Letztes Konzert der Beatles in San Francisco.
31. August, #Basel: Das Augustwetter war kühl (16,4° Celsius, normal 18°) und feucht (153 mm Niederschlag, normal 94 mm). In den 3 Sommermonaten wurden in Baselland nur 24 statt 46 Sommertage gezählt. Lediglich 1912 und 1956 ist dies schon vorgekommen.
September 1966
12. September, #Basel #Baselland: Auf St. Margarethen wird nach dem sehr kühlen Sommer der 6. Tropentag erst im September verzeichnet.
22. September, #Kultur: Die erste Folge von Star Trek (Raumschiff Enterprise) wird ausgestrahlt. Sie trägt den Titel «Where No Man Has Gone Before». Captain Kirk und die Crew treffen auf eine Energiebarriere am Rande der Galaxis, die bei Spock übersinnliche Kräfte freisetzt.
22. September, #Katastrophe: Flugzeugunglück in Winton/Australien, 24 Tote.
24. September, #Politik: Bundesrat Paul Chaudet tritt aufgrund der „Mirage-Affäre“ zurück. Bei der Beschaffung der neuen Militärflugzeuge kam es zu Budgetüberschreitungen von über 500 Millionen Franken, und nur 56 statt 100 Flugzeuge konnten damit gekauft werden.
27. September, #Politik: Der Baselbieter Regierungsrat lässt prüfen, wie die T 2 realisiert werden kann. Die Rheinstrasse ist der verkehrsreichste Abschnitt der ganzen Schweiz.
Oktober 1966
4. Oktober, #Basel #Baselland: St. Margarethen verzeichnet mit 27,9° einen Hitzerekord, wie er im Oktober seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts nie erzielt worden ist.
10. Oktober, #Politik: Der Landrat beschäftigt sich mit dem Ladenschlussgesetz (Gestattung des Abendverkaufes) und stimmt der Erhöhung der Kinderzulagen auf 30 Franken zu.
16. Oktober, #Kirche: Die Baselbieter Katholiken beschliessen die Einführung des kirchlichen Frauenstimmrechtes mit 2’483 Ja gegen 1’085 Nein.
17. Oktober, #Bildung: Feierlich wird in Liestal das erste Baselbieter Lehrerseminar mit 32 Schülern und Schülerinnen eröffnet.
22. Oktober, #Basel: Die Basler Pfadfinder:innen weihen in Nunningen ihr Jugendhaus ein.
November 1966
3. November, #Katastrophe: Wirbelstürme im Golf von Bengalen, mehr als 1000 Todesopfer.
11. November, #Weltpolitik: Erstmals wird im Bundesstaat Mississippi ein Weisser wegen Vergewaltigung einer Schwarzen verurteilt; die gesetzlich vorgeschriebene Todesstrafe wird in lebenslänglich umgewandelt.
12. November, #Weltpolitik: Ein 18-jähriger Schüler erschiesst in Arizona, USA, fünf Frauen und ein Mädchen. Bei seiner Festnahme gibt er als Grund an, er habe bekannt werden wollen.
12. November, #Weltpolitik: Beginn der chinesischen Kulturrevolution.
20. November, #Politik: Der Kanton Zürich lehnt per Volksabstimmung das Frauenwahlrecht ab.
24. November, #Katastrophe: Flugzeugunglück in Bratislava, 82 Tote.
26. November, #Wissenschaft: In Frankreich wird das weltweit erste Gezeitenkraftwerk eingeweiht.
28. November, #Basel: Baubeginn der Autobahn auf Basler Boden.
30. November, #Baselland: Die Zahl der offenen Stellen (920) hat gegenüber dem Oktober 1966 (548) und dem November 1965 (829) zugenommen. «Beschäftigungslose aus Arbeitsmangel gibt es nach wie vor nicht.»
30. November, #Basel #Baselland: Nur 1759 und 1921 ist der Unterschied zwischen der Durchschnittstemperatur zweier aufeinanderfolgender Monate so gross gewesen wie zwischen dem Oktober (12,5°) und dem November 1966 (2,7°).
Dezember 1966
3. Dezember, #Baselland: Die Ungarnflüchtlinge im Baselbiet, die vor 10 Jahren Zuflucht in der Liestaler Kaserne gefunden haben, bringen dort eine Erinnerungstafel an.
8. Dezember, #Katastrophe: Fährenunglück bei Kreta, 229 Tote.
20. Dezember, #Baselland: Der Regierungsrat schlägt dem Landrat einen neuen Schlüssel für die Verteilung der Finanzhilfe vor. Die finanzstarken Gemeinden (Arlesheim, Binningen, Bottmingen, Muttenz, Augst, Frenkendorf, Liestal, Pratteln und Waldenburg) werden dabei zu mehr Solidarität aufgerufen.
24. Dezember, #Katastrophe: In Süd-Vietnam stürzt eine Militärmaschine in eine Ortschaft. 129 Tote.
31. Dezember, #Basel: Basel verzeichnet Ende 1966 genau 13 Arbeitslose.
Demnächst hier:
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