Eine Biedermeiertapete mit Motiven ländlicher Idylle.
Eine Frau in Kleidern des beginnenden 20. Jahrhunderts wird in verschiedenen Szenen dargestellt:
Schäkernd mit einem jungen Mann (einem Hirten?), sich räkelnd, mit einem Sonnenschirm, unter einem Baum, bei einem Busch oder einer kleinen Holzhütte.
Ein Bild der Ruhe, der Erholung, der Nostalgie.
So eine Tapete passte gut als Umgebung einer kleinbürgerlichen Wohnung, in der am Sonntagmittag zum Tee geladen wird oder zum Kaffee, wo Kleinstadttratsch, Mode und vielleicht ein wenig grosse Politik ausgetauscht wird.
Immer entspannt, im Wissen um soziale und finanzielle Sicherheit, zufrieden, selbstgenügsam.
Mensch steht vor dieser Tapete und stellt sich das vor; irritierend ist nur, dass die Tapete nicht aus Papier ist, sondern leicht flirrt, wie eine Leinwand.
Und während man so diese Idylle betrachtet…
Ich möchte hier nicht zuviele Deutungen ausdrücken.
Brigitte Zieger durchbricht, ja “zerschiesst” wortwörtlich die scheinbaren, oberflächlichen Bedeutungsebenen.
Nikki de Saint-Phalles Schiesserei-Performances kommen mir in den Sinn. Bei Zieger werden aber nicht Symbole der bürgerlichen Gesellschaft zerstört, sondern gleich die Betrachterin selber erschossen. Und danach setzt sich die Frau wieder gemütlich hin in den Schatten.
Job done, Zeit für eine Zigarette.
Nikki de Saint-Phalles Schiesserei-Performances kommen mir in den Sinn. Bei Zieger werden aber nicht Symbole der bürgerlichen Gesellschaft zerstört, sondern gleich die Betrachterin selber erschossen. Und danach setzt sich die Frau wieder gemütlich hin in den Schatten.
Job done, Zeit für eine Zigarette.
In der Gesamtansicht der ganzen Tapete löst sich übrigens immer wieder woanders eine Frau aus dem Hintergrund und tritt in “Action” – eine weitere Einladung zum Nachdenken.
Den Rhythmus von Idylle und nicht endender gewalttätiger Rebellion, die sich gegen den Betrachter wendet, gilt es auszuhalten.
In der Länge, auf die man sich einlässt liegt die Tiefe von Bedeutungen, die es zu entdecken gilt. Für jeden anders, für jede nach der eigenen Persönlichkeit, wie das gute Kunst immer tut.
Was löst es bei Dir aus?